Google Ads Best-Practice Setup

Last updated: June 30, 2026

1. Warum das Setup wichtig ist

Google Ads optimiert standardmäßig auf die Conversion Actions, die auf „Primary“ stehen UND entweder über die Account-Default-Goals oder über ein kampagnenspezifisches Goal aktiv für die jeweilige Kampagne verwendet werden. Der Algorithmus orientiert sich dabei stark an den hinterlegten Conversion-Zielen und versucht möglichst viele Nutzer zu finden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit genau diese Ziele erreichen.

Wenn das Setup nicht sauber konfiguriert ist, entstehen häufig widersprüchliche Optimierungssignale. Dadurch kann Google beispielsweise gleichzeitig auf Käufe und Warenkorb-Events optimieren, obwohl eigentlich nur Käufe relevant sein sollen. Das führt häufig zu ineffizienter Budgetverteilung, schlechterer Umsatzqualität und verzerrten KPIs.

Deshalb sollte vor jeder Form von Kampagnenoptimierung – unabhängig davon, ob auf Purchases, Neukunden oder Profit optimiert wird – zunächst geprüft werden, ob das grundlegende Google-Ads-Setup korrekt konfiguriert ist.


2. Primary Conversions richtig konfigurieren

2.1 Nur relevante Purchase-Conversions auf „Primary“ setzen

Grundsätzlich empfehlen wir, pro Store bzw. Market nur die Mable Purchase-Conversion Action auf „Primary“ zu setzen. Weitere Purchase-Derived-Conversions wie „NewCustomerPurchase“, „ReturningCustomerPurchase“, „CM1 AllCustomerPurchase“ etc. sollten auf „Secondary“ gestellt werden.

Alle zuvor verwendeten Purchase Conversion Actions desselben Stores (z. B. Shopify App, Google & YouTube App oder andere Tracking-Lösungen) sollten anschließend auf „Secondary“ umgestellt werden.

Diese Umstellung sollte spätestens nach etwa 30 Tagen erfolgen oder früher, sobald die Mable Purchase Conversion Action ausreichend Daten sammelt und zuverlässig Conversions erfasst.

Der Hintergrund ist, dass Google primäre Conversions aktiv für Smart Bidding und die Kampagnenoptimierung verwendet. Wenn mehrere Purchase-Conversions desselben Stores gleichzeitig auf „Primary“ stehen, entstehen doppelte oder widersprüchliche Optimierungssignale. Das kann dazu führen, dass der Algorithmus schlechter lernt sowie Conversions und Conversion Values zu hoch ausgewiesen werden.

Mehrere Purchase-Conversions auf Primary sind nur dann problematisch, wenn sie zum selben Store oder Market gehören.

Bei getrennten Stores oder Markets können mehrere Purchase-Conversions gleichzeitig auf Primary stehen.

Problematisch wird es aber, wenn mehrere Purchase-Conversions desselben Stores oder Markets gleichzeitig auf Primary stehen.

Die Einstellungen können hier geprüft werden:

Goals → Summary → Conversions → jeweilige Conversion → Action Optimization

Die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anpassen von Primary- und Secondary-Conversions findet ihr hier :

https://scribehow.com/viewer/How_To_Change_Conversion_Goal_Action_Optimization_In_Google_Ads__AHLS7_blQ4a7Q9hhQR79bw

2.2 Besonderheit bei bestehenden Target-ROAS-Kampagnen

Wenn in einem Account bisher mehrere Purchase-Conversion-Actions desselben Stores gleichzeitig auf „Primary“ standen, sollte bei einer Bereinigung des Setups zusätzlich geprüft werden, ob die betroffenen Kampagnen mit einem Target ROAS arbeiten.

Der Hintergrund ist, dass mehrere Purchase-Conversions desselben Stores häufig dieselben Käufe erfassen. Wenn mehrere dieser Conversion-Actions gleichzeitig auf „Primary“ stehen, werden Conversions und Conversion-Werte in Google Ads doppelt attribuiert.

Dadurch sieht Google mehr Conversions und mehr Umsatz, als tatsächlich vorhanden sind. Gleichzeitig werden diese höheren Werte auch für Smart Bidding und die Berechnung des Target ROAS verwendet.

Wird das Setup anschließend bereinigt und nur noch eine Purchase-Conversion auf „Primary“ gelassen, ist das zwar die richtige Konfiguration, gleichzeitig sieht Google aber plötzlich deutlich weniger Conversions und weniger Conversion-Wert als zuvor.

Wenn der bestehende Target ROAS auf den zuvor künstlich erhöhten Zahlen basiert, kann Google diesen Zielwert nach der Umstellung häufig nicht mehr erreichen. Die Folge ist oft, dass Google die Auslieferung der Kampagnen reduziert und Spend, Impressionen und Traffic deutlich zurückgehen.

 Wichtig:
Die richtige Lösung ist in diesem Fall nicht, wieder mehrere Purchase-Conversions desselben Stores auf „Primary“ zu stellen. Die Bereinigung des Setups ist weiterhin korrekt. Stattdessen muss geprüft werden, wie die Gebotsstrategie an die neue Conversion-Logik angepasst werden kann.

Empfehlung

Wenn bisher mehrere Purchase-Conversions desselben Stores auf „Primary“ standen und nun auf eine einzelne Mable Purchase Conversion umgestellt wird, empfehlen wir grundsätzlich zwei mögliche Vorgehensweisen:

Variante 1: Target ROAS anhand der bisherigen Attribution anpassen

Wenn abgeschätzt werden kann, wie stark sich der attribuierte Conversion Value durch die Umstellung verringert, sollte der Target ROAS entsprechend reduziert werden.

Dazu können unter:

Goals → Summary → Purchase

die attribuierten Conversion Values der bisherigen Purchase Conversion Actions betrachtet werden.

Beispiel:

Vorher auf Primary:

  • Google Shopping App Purchase = 12.307 €

  • Mable Purchase = 16.091 €

Nach der Bereinigung bleibt nur noch Mable Purchase auf Primary:

16.091 / (12.307 + 16.091) = 56,7 %

Der neue Target ROAS sollte deshalb zunächst auf etwa 56,7 % des bisherigen Zielwertes reduziert werden.

Beispiel:

  • Alter Target ROAS = 275 %

  • Neuer Target ROAS ≈ 156 %

Variante 2: Vorübergehend ohne Zielwert optimieren

Wenn sich die Auswirkungen der Umstellung nicht zuverlässig abschätzen lassen oder die Kampagne trotz Anpassung des Target ROAS deutlich weniger Budget ausgibt, kann vorübergehend auf:

  • Maximize Conversion Value

  • Maximize Conversions

ohne Zielwert gewechselt werden.

Sobald sich die Kampagne auf Basis der bereinigten Conversion-Daten stabilisiert hat, kann anschließend ein neuer Target ROAS festgelegt werden.

Je nach Account kann es sinnvoll sein, diesen Übergang für etwa zwei bis vier Wochen laufen zu lassen, bevor wieder ein Target ROAS hinterlegt wird.


3. Account-Default-Goals richtig konfigurieren

Der wichtigste Teil des Setups ist die Konfiguration der Account-Default-Goals.

Google optimiert bei Kampagnen mit „Account Standard Goals“ automatisch auf alle aktivierten Goal Categories.

Wenn beispielsweise sowohl „Purchase“ als auch „AddToBasket“ als Account-Default-Goals aktiviert sind, optimiert Google gleichzeitig auf Käufe und Warenkorb-Events.

Das Problem dabei:

AddToCart ist deutlich einfacher zu erreichen als ein tatsächlicher Kauf. Dadurch verschiebt sich die Optimierung häufig in Richtung günstigerer, aber qualitativ schwächerer Signale. Das kann zu schlechterer Umsatzqualität, verzerrten KPIs und ineffizienter Budgetverteilung führen.

Zusätzlich werden in diesem Fall häufig auch die Kennzahlen „Conversions“ und „Conversion Value“ künstlich erhöht dargestellt, da Google mehrere unterschiedliche Conversion-Typen gleichzeitig zusammenfasst.

Gleichzeitig erscheint der „Cost per Conversion“ dadurch häufig deutlich niedriger, als er tatsächlich ist.

Deshalb empfehlen wir:

  • Nur „Purchase“ als Account-Default-Goal aktivieren

  • Alle anderen Goal Categories auf „nicht verwenden“ stellen

 Wichtig:
Eine Anpassung von Target ROAS oder Target CPA ist nicht bei jeder Änderung der Account-Default-Goals erforderlich.

Sie sollte insbesondere dann geprüft werden, wenn:

- mehrere Goal Categories gleichzeitig als Account-Default aktiviert waren

- diese Goal Categories Primary Conversions mit Daten enthalten

- aktive Kampagnen auf „Account Default Goals“ optimieren

- diese Kampagnen mit Target ROAS oder Target CPA arbeiten

In diesem Fall kann sich durch die Bereinigung der Account-Default-Goals die Anzahl der berücksichtigten Conversions sowie der attribuierte Conversion Value deutlich verändern.

Dadurch können bisherige Target-ROAS- oder Target-CPA-Werte zu restriktiv werden und die Auslieferung der Kampagnen einschränken.

Für die Anpassung der Zielwerte empfehlen wir die gleiche Vorgehensweise wie in Kapitel 2.2 beschrieben.

Die Einstellungen findet ihr unter:

Goals → jeweilige Goal Category → „Zielvorhaben bearbeiten“

Die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Konfiguration der Account-Default-Goals findet ihr hier :

https://scribehow.com/viewer/How_to_Configure_Account_Default_Goals_in_Google_Ads__-LZWFwZjQt-azMaK1XeI2g


4. Warum „Primary“ und „Account Default Goal“ nicht dasselbe sind

Wichtig ist zu verstehen, dass „Primary“ und „Account Default Goal“ nicht dasselbe sind. Eine Conversion Action kann auf „Primary“ stehen bleiben, ohne dass Google automatisch darauf optimiert. Entscheidend ist zusätzlich, ob die zugehörige Goal Category als Account-Default aktiviert ist oder ob sie über ein kampagnenspezifisches Goal verwendet wird..

Das ist besonders wichtig für Funnel-Events wie bspw. AddToCart, BeginCheckout etc. Wenn dort gar keine Conversion Action mehr auf „Primary“ steht, wird diese Goal Category häufig gar nicht mehr sauber attribuiert oder ausgewertet.

Deshalb empfehlen wir:

  • pro Goal Category eine Conversion Action auf „Primary“ zu lassen

  • dabei die entsprechende Mable Conversion Action zu verwenden

  • die Goal Category nicht zusätzlich als Account-Default-Goal zu aktivieren

Wer beispielsweise später AddToCart-Conversions über „All Conversions“ oder über die Segmentierung nach Conversion Action analysieren möchte, sollte deshalb pro Goal Category genau eine Conversion Action auf „Primary“ belassen - idealerweise die entsprechende Mable Conversion Action.

Wichtig ist lediglich, dass diese Goal Category nicht zusätzlich als Account-Default-Goal aktiviert wird.
Dadurch bleiben Attribution und Reporting erhalten, ohne dass Google aktiv auf diese Events optimiert.


5. Zusammenfassung der Best Practices

Conversion Actions

  • Pro Store bzw. Market nur die Mable Purchase-Conversion Action auf Primary

  • NewCustomerPurchase, ReturningCustomerPurchase, CM1 AllCustomerPurchase etc. auf Secondary

  • Zuvor verwendete Purchase Conversion Actions desselben Stores auf Secondary stellen

  • Mehrere Purchase-Conversions auf Primary nur bei getrennten Stores oder Markets

Account-Default-Goals

  • Nur Purchase als Account-Default aktivieren

  • Alle anderen Goal Categories auf „nicht verwenden“ stellen

  • Bei Accounts mit Target ROAS oder Target CPA prüfen, ob sich durch die Bereinigung der Account-Default-Goals die zugrundeliegende Conversion-Logik verändert

Funnel Events

  • Pro Goal Category genau eine Mable Conversion Action auf Primary belassen

  • Die Goal Category nicht zusätzlich als Account-Default aktivieren

  • Dadurch bleiben Attribution und Reporting erhalten, ohne dass Google aktiv auf diese Events optimiert

Target ROAS/ Target CPA

  • Bei der Bereinigung mehrerer Purchase-Conversions auf Primary bestehende Target-ROAS-Werte prüfen

  • Wenn möglich den neuen Target ROAS anhand der veränderten Attribution abschätzen und entsprechend anpassen

  • Alternativ vorübergehend auf Maximize Conversion Value oder Maximize Conversions ohne Zielwert wechseln

  • Nach Stabilisierung der Daten einen neuen Target ROAS bzw. Target CPA festlegen


6. Nächster Schritt: Neukundenoptimierung in Google Ads

Sobald das grundlegende Setup korrekt konfiguriert ist, könnten Kampagnen gezielt auf unterschiedliche Geschäftsziele optimiert werden.

Neukundenoptimierung

Den vollständigen Guide findet ihr hier :

Neukundenoptimierung in Google Ads

Profitoptimierung

Den vollständigen Guide findet ihr hier :

Profitoptimierung in Google Ads

Reporting & KPI-Auswertung

Zusätzlich empfehlen wir, sich vor einer Umstellung mit den Auswirkungen auf Reporting und KPI-Logik vertraut zu machen.

Google Ads Reporting & KPI-Auswertung bei Neukundenoptimierung

Profit Reporting in Google Ads