Profitoptimierung in Google Ads
Last updated: July 20, 2026
1. Warum Profit-Optimierung sinnvoll ist
1.1 Das Problem bei klassischer Umsatzoptimierung
Standardmäßig optimiert Google Ads auf Käufe und den dazugehörigen Umsatz. Dadurch werden alle Käufe anhand ihres Umsatzes bewertet – unabhängig davon, wie profitabel diese tatsächlich für die Brand sind.
Für den Algorithmus sind zwei Bestellungen mit identischem Umsatz gleich wertvoll, selbst wenn sie einen völlig unterschiedlichen Deckungsbeitrag erzeugen.
Beispiel
Bestellung | Umsatz | CM1 |
|---|---|---|
Bestellung A | 100 € | 70 € |
Bestellung B | 100 € | 20 € |
Für Google sind beide Bestellungen gleich viel wert.
Für die Brand ist Bestellung A jedoch deutlich profitabler.
Dadurch kann es passieren, dass Kampagnen erfolgreich skaliert werden, obwohl ein großer Teil des zusätzlichen Umsatzes nur eine geringe Marge erzeugt.
1.2 Wie Profitoptimierung funktioniert
Mit Mable kann zusätzlich zum Umsatzes der tatsächliche Deckungsbeitrag (CM1) der Orders an Google Ads übergeben werden.
Dadurch erhält Google ein deutlich präziseres Signal darüber, welche Käufe tatsächlich wie wertvoll für das Unternehmen sind.
Der Algorithmus lernt durch Optimierung auf den CM1 nicht mehr nur, möglichst viel Umsatz zu erzeugen, sondern möglichst profitablen Umsatz.
1.3 Welche Vorteile entstehen dadurch?
Durch die Optimierung auf CM1 können sich mehrere Vorteile ergeben:
profitablere Budgetverteilung
bessere Skalierbarkeit profitabler Kampagnen
weniger Fokus auf margenschwache Produkte
bessere Entscheidungsgrundlage im Reporting
POAS statt reinem ROAS als Steuerungsgröße
Zusätzlich können Profit-Kennzahlen direkt innerhalb von Google Ads ausgewertet werden.
Dadurch wird sichtbar, welche Kampagnen tatsächlich zum Unternehmensergebnis beitragen und welche lediglich hohen Umsatz aber niedrige Deckungsbeiträge erzeugen.
1.4 Für welche Brands ist Profitoptimierung besonders sinnvoll?
Profitoptimierung ist besonders relevant für Brands mit:
unterschiedlichen Margen zwischen Produkten
verschiedenen Produktkategorien
hoher SKU-Anzahl
regelmäßigen Rabattaktionen
Fokus auf Profitabilität statt reinem Umsatzwachstum
Je größer die Margenunterschiede innerhalb des Sortiments sind, desto größer ist in der Regel auch der potenzielle Effekt der Profitoptimierung.
Bei Brands mit sehr ähnlichen Margen über alle Produkte hinweg liegt der größte Mehrwert häufig im Reporting und der transparenteren Profit-Auswertung.
2. Voraussetzungen für Profitoptimierung
2.1 Google Ads Setup prüfen
Bevor Kampagnen auf Profitoptimierung umgestellt werden, sollte zunächst geprüft werden, ob der Google-Ads-Account grundsätzlich sauber konfiguriert ist.
Insbesondere wichtig:
Nur die Mable Purchase Conversion Action sollte pro Store bzw. Market auf Primary stehen
Weitere Purchase-Derived-Conversions sollten auf Secondary stehen
Nur Purchase sollte als Account-Default-Goal aktiv sein
Andere Goal Categories wie AddToCart oder BeginCheckout sollten nicht zusätzlich als Account-Default aktiv sein
Ein sauberes Setup stellt sicher, dass Google konsistente Optimierungssignale erhält und Conversion-Werte korrekt attribuiert werden.
Den vollständigen Setup-Guide findet ihr hier ⬇:
Google Ads Best-Practice Setup
2.2 COGS konfigurieren
Damit Mable den tatsächlichen Deckungsbeitrag berechnen und an Google Ads übergeben kann, müssen zunächst die Produktkosten (COGS) hinterlegt werden.
Ohne diese Informationen kann Mable keinen CM1 berechnen.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Konfiguration der COGs findet ihr hier ⬇:
2.3 CM1-Conversion für Google Ads aktivieren
Sobald die COGS-Werte in Mable hinterlegt sind, kann eine CM1 AllCustomerPurchase Conversion Action für Google Ads erstellt werden.
Die Einrichtung erfolgt unter:
Optimizations → Event Control → Google Ads
Ganz unten auf dem Screen auf:
+ Add Custom Mable Event
klicken.
Für die CM1-Conversion äquivalent zur Standard Purchase Conversion nur mit CM1 als Value sollte folgende Konfiguration verwendet werden:
Trigger: All Customer Purchase
Conversion Value: CM1
CV Filter: ≥ 0
Nach Klick auf Confirm erstellt Mable automatisch eine neue Conversion Action im Google Ads Account, der im Mable Dashboard im Google Ads Account-Dropdown ausgewählt wurde.
Diese erscheint anschließend typischerweise als:
CM1 AllCustomerPurchase - [Shopname] Mable
Die Conversion übergibt bei jedem Kauf den tatsächlichen CM1 als Conversion Value an Google Ads und kann anschließend für Reporting und Kampagnenoptimierung verwendet werden.
Neben einer CM1 AllCustomerPurchase Conversion können auf dieselbe Weise auch CM1 NewCustomerPurchase- und CM1 ReturningCustomerPurchase-Conversions erstellt werden. Hierfür wird lediglich ein anderer Trigger ausgewählt.
Die Einrichtung der kombinierten CM1 NewCustomerPurchase Conversion wird in diesem Guide Google NC + Profit Kombi Optimierung & Reporting
beschrieben.
Den Step-by-Step-Guide zur Erstellung der CM1 Conversion findet ihr hier ⬇:
2.4 CM1 Custom Goal erstellen
Damit Google Ads auf die neue CM1 Conversion optimieren kann, sollte zunächst ein eigenes Custom Goal erstellt werden.
Dieses Custom Goal enthält die zuvor erstellte CM1 AllCustomerPurchase Conversion und kann anschließend als Optimierungsziel für Kampagnen verwendet werden.
Die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung findet ihr hier ⬇:
3. Kampagnen auf Profitoptimierung umstellen
Sobald die CM1 AllCustomerPurchase Conversion in Google Ads verfügbar ist, sollte sie zunächst ausreichend Daten sammeln.
⚠ Wichtig:
Bevor Kampagnen auf die CM1 AllCustomerPurchase Conversion optimiert werden, empfehlen wir, mindestens 7 Tage zu warten, nachdem die Conversion erstmals an Google Ads gesendet wurde, damit erst eine ausreichende Datengrundlage im Accoutn aufgebaut wird, aus der der Algorithmus lernen kann.Idealerweise entspricht die Wartezeit sogar dem gesamten Click-Attributionsfenster der Conversion Action (standardmäßig 30 Tage). In der Praxis reichen für die meisten Accounts aber etwa 7 Tage schon aus.
Anschließend können Kampagnen auf Profit statt Umsatz optimiert werden.
3.1 Campaign Conversion Goal anpassen
Anschließend sollte die gewünschte Kampagne auf das zuvor erstellte CM1 Custom Goal umgestellt werden.
Ob eine Kampagne bereits das richtige Conversion Goal verwendet, kann auf zwei Arten geprüft werden:
Die Spalte Goal in der Kampagnenübersicht einblenden, um das verwendete Conversion Goal für alle Kampagnen auf einen Blick zu sehen. https://scribehow.com/o/fl-pFDEPSpia9ZzF-8i-YA/viewer/How_to_Add_the_Goals_and_Bid_Strategy_Type_Columns_in_Google_Ads__GzgMSM3lQvGp-PA_E1IreA?referrer=workspace
Alternativ die Kampagneneinstellungen öffnen und dort das hinterlegte Conversion Goal prüfen.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umstellung des Campaign Conversion Goals findet ihr hier ⬇:
3.2 Gebotsstrategie prüfen
Profitoptimierung funktioniert insbesondere in Kombination mit wertbasierten Gebotsstrategien.
Dazu gehören:
Maximize Conversion Value
Target ROAS
Diese Strategien berücksichtigen den übergebenen Conversion Value bei der Optimierung.
Bei einer Optimierung auf reine Conversion-Anzahl (Maximize Conversions & Target CPA) nutzt Google die Profitinformationen dagegen nicht.
4. Target ROAS bei Profitoptimierung prüfen
Wenn Kampagnen mit einem Target ROAS arbeiten, sollten diese Zielwerte bei der Umstellung auf CM1 überprüft werden.
Der Hintergrund ist, dass sich der übergebene Conversion Value durch die Umstellung verändert.
Google sieht nach der Umstellung nicht mehr den Umsatz einer Bestellung, sondern den Deckungsbeitrag. Dieser ist niedriger als der bisherige Gross Revenue, weil ja die Cost of Goods Sold abgezogen wurden.
Dadurch kann der bisherige Target ROAS Wert nicht unverändert weiterverwendet werden, weil dieser Zielwerte jetzt zu hoch und für den Algorithmus deutlich schwerer bis überhaupt nicht erreichbar ist.
Beispiel
Vor der Umstellung:
Optimierung auf Gross Revenue
Avg. ROAS = 400 %
Target ROAS Setting: 350% → Wird vom Algorithmus verlässlich erreicht
Nach der Umstellung:
Optimierung auf CM1
Der durchschnittliche CM1 entspricht beispielsweise 63,5 % des bisherigen Conversion Values.
Avg. ROAS = 63,5 % × 400 % = 254 %
Der bisherige Target ROAS von 350 % kann nun nicht mehr verlässlich erreicht werden → Wird der Target ROAS Wert nicht angepasst, skaliert der Algorithmus das Budget soweit nach unten, bis er den Target ROAS Wert wieder erreicht. Im Extremfall schaltet der Algorithmus die Kampagne komplett ab.
Der angezeigte ROAS entspricht nach der Umstellung dem POAS auf Basis des CM1.
Weitere Informationen zur Interpretation dieser Kennzahl findet ihr im Guide Profit Reporting in Google Ads.
Mögliche Auswirkungen
Wenn die bisherige Target ROAS unverändert bestehen bleibt, kann Google die Kampagne stärker einschränken als gewünscht.
Typische Folgen sind:
sinkender Spend
weniger Impressionen
weniger Klicks
geringeres Conversion-Volumen
Empfehlung
Wir empfehlen grundsätzlich zwei mögliche Vorgehensweisen.
Weg 1: Target ROAS rechnerisch anpassen
Wenn abgeschätzt werden kann, wie stark sich der attribuierte Conversion Value durch die Umstellung reduziert, sollte der Target ROAS entsprechend angepasst werden.
Für den Vergleich sollte ein Zeitraum gewählt werden, der vollständig nach der Aktivierung der CM1 AllCustomerPurchase Conversion liegt. Nur dann enthalten beide Conversion Actions dieselbe Datengrundlage.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Ermittlung der Conversion Values findet ihr hier ⬇:
Beispiel:
Vor der Umstellung:
Value der attribuierten AllCustomerPurchase Conversions last 14D = 939.756,08 €
Value der attribuierten CM1 AllCustomerPurchase Conversions last 14D = 596.509,49 €
Der CM1 entspricht somit 63,5 % des bisherigen Conversion Values.
Bei einem bisherigen Target ROAS von 350 % ergibt sich:
350 % × 63,5 % = 222 %
Neuer Target ROAS: ca. 222 %
Weg 2: Target ROAS vorübergehend entfernen
Wenn die Auswirkungen nicht zuverlässig abgeschätzt werden können oder Google trotz Anpassung den Spend deutlich reduziert, empfehlen wir:
Target ROAS entfernen
auf Maximize Conversion Value wechseln
mehrere Wochen Daten sammeln
anschließend einen neuen Target ROAS festlegen
Dies ist häufig die stabilste Vorgehensweise bei größeren Umstellungen.
5. Best Practice für die Umstellung
Wir empfehlen, nicht sofort das gesamte Budget auf Profitoptimierung umzustellen.
Stattdessen:
bestehende Kampagnen duplizieren
die duplizierte Kampagne auf CM1 AllCustomerPurchase umstellen
zunächst mit reduziertem Budget starten
Dadurch bleibt das bestehende Setup stabil, während Google das neue Signal lernt.
Wenn sich die Profit-Kennzahlen positiv entwickeln, kann schrittweise mehr Budget auf die CM1 AllCustomerPurchase Kampagnen verschoben werden.
Eine direkte Umstellung bestehender Kampagnen ist ebenfalls möglich, führt jedoch häufiger zu stärkeren Schwankungen.
6. Lernphase und Erwartungsmanagement
Nach der Umstellung muss Google zunächst lernen, welche Nutzer und Produkte besonders profitabel sind.
In vielen Accounts dauert dieser Lernprozess:
etwa 1–2 Wochen
teilweise 2–4 Wochen
Während dieser Phase können auftreten:
Erstmal etwas schlechtere Overall Performance
Schwankende Spends
Kurzfristige Effizienzschwankungen
Das ist zunächst normal.
Der Algorithmus muss ein neues Optimierungssignal lernen.
Je mehr Budget und Daten vorhanden sind, desto schneller erfolgt dieser Lernprozess.
7. Reporting nach der Umstellung
Nach der Umstellung auf Profitoptimierung verändert sich das Reporting in Google Ads auf zwei Arten.
Zum einen verändern sich einige Standard-Spalten innerhalb von Google Ads. Zum anderen sollten profitoptimierte Kampagnen anhand anderer KPIs bewertet werden als klassische Umsatzkampagnen.
7.1 Standard-Spalten richtig interpretieren
Nach der Umstellung auf CM1 AllCustomerPurchase verändern sich einige bekannte Standard-Spalten innerhalb von Google Ads.
Insbesondere betroffen sind:
Conv. value
Conv. value / cost (ROAS)
Bei Kampagnen, die auf CM1 AllCustomerPurchase optimieren, repräsentieren diese Spalten künftig den CM1 anstelle des Umsatzes.
Wenn innerhalb eines Accounts gleichzeitig Kampagnen auf Gross Revenue und andere Kampagnen auf CM1 optimieren, repräsentieren diese Standard-Spalten je nach Kampagne unterschiedliche Werte und sind dadurch nicht mehr direkt miteinander vergleichbar.
Wir empfehlen deshalb, die von Mable vorgeschlagenen Reporting-Spalten zu verwenden. Dadurch basieren alle Kampagnen auf derselben Datengrundlage und können unabhängig vom jeweiligen Optimierungsziel konsistent miteinander verglichen werden.
7.2 Kampagnen anhand von Profit-KPIs bewerten
Kampagnen, die auf CM1 optimieren, sollten anschließend auch anhand von Profit-Kennzahlen bewertet werden und nicht mehr ausschließlich anhand klassischer Umsatz-KPIs.
Insbesondere relevant werden:
CM1
CM1 %
POAS
Diese Kennzahlen zeigen, wie profitabel Kampagnen tatsächlich sind und bilden die Grundlage für die Bewertung profitoptimierter Kampagnen.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung der empfohlenen Reporting-Spalten sowie zur Auswertung der Profit-KPIs findet ihr hier ⬇: